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Gier
(Sarah Kane / Schauspielhaus Bochum)

Inhalt: Eine unfruchtbare Mutter, ein Mann, der sich in vier Sprachen nicht artikulieren kann, eine Frau, die von Ereignissen gequält wird ohne Erinnerung daran, ein Peiniger, der andere voll Zärtlichkeit missbraucht. Vier Menschen, die um ihr Leben reden, obwohl sie tot sind, gestorben an einer Überdosis Sehnsucht. Oder der Reisebericht von vier versprengten Individuen auf ihren sich kreuzenden Wegen durch die eigenen Abgründe, Verletzungen und Wünsche. Oder das Selbstgespräch eines einzelnen menschlichen Bewusstseins, zerrissen von der unmittelbaren Erfahrung von Verzweiflung, Begehren und Verlust.

Inszenierung: Christina Paulhofer
Besetzung: Peter Jordan, Andreas Pietschmann, Maren Eggert, Yvon Jansen
Bühne u. Kostüme: Alex Harb
Musik: Paul Lemp
Premiere: 5. Mai 2000

Presse

„Prägnant und intensiv, wie Maren Eggert als C, Peter Jordan als A, Yvon Jansen als M und Andreas Pietschmann als B den Text körperlich aufladen, brennt in den Kammerspielen die Luft. Am Ende kommt es doch noch zur Explosion: Der Applaus entlädt sich als großer Knall.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2000, Andreas Rossmann)

„Oder B (Andreas Pietschmann), lange blonde Haare, Raucher, Gin-Säufer - das ist Bret Easton vom Absturzpub um die Ecke. ... Bret Easton reihte seine Gin-Flaschen auf, soff sich nieder, schwitzte, qualmte, um dann glaubwürdig eine Satz als verzweifelten Kommentar zu platzieren : „die Kippen töten mich nicht schnell genug“ ...
(Süddeutsche Zeitung, 09.05.2000,Helmut Schödel)

Sarah Kane wird am 3. Februar 1971 in Essex, England, geboren. Ihre Eltern waren Journalisten und sehr religiös. Religion ist in ihrer Kindheit und Jugend ein ständiger Bestandteil des Alltags. Nachdem sie sich schon während ihrer Schulzeit künstlerischen Gruppen angeschlossen hatte und dem Wunsch folgte, Schauspielerin zu werden, schreibt sie sich nach der Schule an der Universität Bristol ein, um Drama zu studieren. Sowohl als Schauspielerin wie auch als Regisseurin wird ihr Talent als sehr hoch eingeschätzt. Schon bald konzentriert sie sich darauf, Stücke zu schreiben. Nach ihrem Abschluss in Bristol schreibt sie sich an der Universität Birmingham in den Magisterstudiengang ›Playwriting‹ bei David Edgar ein. Nach dem enormen Erfolg der ersten Stücke wird sie Hausautorin für Plaines Plough, einer freien Theatergruppe mit Sitz in London. Sarah Kane leidet ihr Leben lang an Depressionen. Gerade im Anschluss an die Fertigstellung von Gier hat sie das Gefühl ihre Emotionen nicht in den Griff zu bekommen und lässt sich ins Maudsley Krankenhaus in London einliefern, wo sie sich vorübergehend erholt. Unmittelbar nach der Uraufführung ihres letzten Stückes ›Psychose 4.48‹ begeht sie Selbstmord. Sarah Kane stirbt am 20. Februar 1999.
(Quelle: www.nrw-buehnen.de)


 
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