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Das Verbrechen des Einundzwanzigsten
Jahrhunderts
(Edward Bond / Schauspielhaus Bochum)
Inhalt: In der "verbotenen Zone", den Ruinen der von der Armee niedergewalzten Vorstädte, haust eine Frau, Hoxton, die eine noch funktionierende Wasserleitung entdeckt hat und damit über eine existentiell notwendige Lebensressource verfügt. Zu ihr stoßen nacheinander ein alter und ein junger Mann (Sweden), die mit archaischer Unerbittlichkeit um sie kämpfen. Auch Grace taucht auf, die in Hoxton ihre Mutter wiedererkennt, an der sie sich dafür rächen will, dass sie von ihr zurückgelassen wurde. Zwischen diesen illegal Existierenden entbrennt ein verzweifeltes Ringen um die Befriedigung elementarer physischer und psychischer Bedürfnisse.

Inszenierung: Leander Haußmann
Besetzung: Andreas Pietschmann, Ralf Dittrich, Margit Carstensen, Annika Kuhl
Premiere: 28.05.1999 (Uraufführung)

Presse

„Es gehört schon Chuzpe dazu, dieses platte Werk, dessen papierne, konturlose Figuren Haußmann wenigstens mit sportiver Körperartistik zu beleben versuchte (hervorragend: Andreas Pietschmann), in Beziehung zu setzten zu Shakespeare oder Beckett.“
(Welt Online, Reinhard, Wengierek, 31. Mai 1999)

„Daß unter dem Staub und Sprachschutt dennoch unterschiedliche Charaktere mit unterscheidbaren Geschichten stecken, die das Verhängnis ins Niemandsland verstieß, deutet die Vorlage mit umständlichem Stammeln an. Auf der Bühne des Bochumer Schauspielhauses werden sie grandios und konsequent von Margit Carstensen, Ralf Dittrich, Andreas Pietschmann und Annika Kuhl herausgespielt.“ (Evangelische Kommentare, 10/99, Udo Feist)

„In dieser vorläufigen Freiheit ist der Mensch dem anderen nach alter Weise ein Wolf oder bloß ein Hund. Sweden (der fallsüchtige wie akrobatische Andreas Pietschmann) zeigt einmal nur Mitgefühl mit einem Wesen, das er nicht selber ist, mit dem Hund, den er steinigt, um zu überleben.“ (Süddeutsche Zeitung, 31.05.1999, Willi Winkler)

„Dieses Moment einer bleiernen Last bringt Leander Haußmann unter dem wechselnd bewölkten Himmel von Franz Havemanns Trümmerbühne mit hochpenibler Texttreue dank konzentrierter und engagierter Schauspieler zum Ausdruck. Gewiss hat Bonds Drama motivische und dramaturgische Mängel, aber als Trauerarbeit über die Befindlichkeit der Welt ist es keine Prophetie, sondern eine Analyse der Gegenwart. Der Balkan liegt diesmal an der Ruhr.“ (Ulrich Schreiber, Handelsblatt)
 
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